Freitag, 20. Januar 2017

SfA: Mehr als halbe Million Mal gesehen!

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Donnerstag, 19. Januar 2017

Manolete - der Kalif des Stierkampfs










ein TV - Hinweis 



ARTE am Samstag den 21. Januar um 16:25 Uhr
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Trotz seiner zierlichen Gestalt und seiner Segelohren war Manolete in Spanien ein vergötterter Star. Mit seinem Streben nach den idealen Gesten prägte der Torero den modernen Stierkampf und war der ganze Stolz eines vom Bürgerkrieg ausgezehrten Volkes. Heute ist der Mann, der einst die Massen hypnotisierte, in Vergessenheit geraten.

Der matador de toros "Manolete" (1917 - 1947)
1917 kommt Manuel Laureano Rodríguez Sánchez alias Manolete in Spanien zur Welt. Schon im Alter von vier Jahren nimmt ihn sein Vater zu Stierkämpfen mit. Nach dem Tod des Vaters fühlt sich Manolete für die Familie verantwortlich und will nur noch eines: Matador werden. Mit elf Jahren fängt er die Ausbildung zum Torero an. Manolete arbeitet hart und beginnt sich als unerschrockener Torero einen Namen zu machen. Im Juli 1936 beginnt der Spanische Bürgerkrieg. Drei Jahre lang leidet das Land. Als General Franco 1939 den Krieg für beendet erklärt, geht es für das geschundene Volk mit einer Diktatur weiter. Das Franco-Regime unterdrückt mit brutaler Gewalt sein Volk. In einem traumatisierten Spanien avanciert Manolete zum Inbegriff des Siegeswillens. Das Volk verehrt Manolete, Intellektuelle und Künstler reissen sich um ihn. Für sie alle – auch für Picasso und Dalí – ist der Matador Manolete der Inbegriff höchster Kunst. Doch das Publikum wird immer fordernder und der Druck für Manolete unerträglich. In der Absicht, seine Karriere zu beenden, tritt Manolete am 28. August 1947 ein letztes Mal in die Arena. Doch beim Kampf mit dem Stier wird er verwundet und erliegt später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Ganz Spanien trauert, 20.000 Menschen kommen zu seiner Beerdigung. Dennoch ist der Mann, der die Massen hypnotisierte, heute in Vergessenheit verraten. Einst als großes Idol verehrt, wurde die Erinnerung an ihn verdrängt, da man ihn mit einem traurigen und grauen Spanien in Verbindung brachte.
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 arte : Vergissmeinnicht, Manolete, Kalif des Stierkampfs, 21.1.2017, 16:25 Uhr
Text oben vom Fernsehsender  arte .


Mittwoch, 18. Januar 2017

Bald ein Lehrstuhl für Tauromachie in Kastilien-León?




von Philip de Málaga


In Kastilien-León haben sie den Toro de la Vega verboten

aber die Landesregierung steht weiterhin 
hinter der Tradition der Tauromachie 
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Wie das Pleno de la Mesa de la tauromaquia der Region Kastilien-Leónbekannt gab, will man sich verstärkt für einen Lehrstuhl der tauromaquia an den Universitäten in ValladolidSalamanca und Burgos einsetzen.

Im Saal Fray Prío des Ministeriums für Kultur ist man am vergangenen Montag zusammengetreten um Bilanz taurino aus dem vergangenen Jahr zu ziehen, bzw. die Vorgehensweise für das laufende Jahr zu erörtern.

2016 wurden zwei Anträge bei der Regierung eingereicht. Zunächst wurde das Verfahren um die historische plaza de toros von Montemayor de Pililla bei Valladolid, dessen Ursprünge im 17. Jahrhundert liegen, zum bien de interés cultural zu deklarieren, in die Wege geleitet. 
Die quadratische plaza de toros von Montemayor de Pililla mit historischem Ursprung
Zum anderen möchte man erreichen, dass die Regierung das Anliegen verschiedener Regionen unterstützt, die spanische tauromaquia bei der UNESCO zum Weltkulturerbe deklarieren zu lassen. Ein Projekt was zwar auch bei vielen aficionados de toros Fragezeichen aufwirft, aber man will nichts unversucht lassen.

Im Dezember wurde posthum der im Juli in der plaza de toros von Teruel tödlich verwundete matador de toros Víctor Barrio mit dem Premio Tauromaquía 2016 Castilla-León ausgezeichnet.
Einstimmig verlieh die Jury des Kultusministerium die Auszeichnung der tauromaquia 2016
an den matador de toros Víctor Barrio.
Für das Jahr 2017 will man genauso kontinuierlich die Interessen der mundo de los toros vertreten. Dazu gehört die Förderung der beiden einzigen escuelas taurinas von Kastilien-León, in Salamanca und Medina de Rioseco.

Geplant sind mindestens drei Ausstellungen zum Thema tauromaquia, welche dann auch in den Provinzhauptstädten gastieren sollen. Überhaupt liegt das Hauptanliegen des Pleno de la Mesa de la tauromaquia  die mundo taurino noch viel mehr in das kulturelle Leben von Kastilien-León zu integrieren. So soll das Ministerium für Kultur und Tourismus klare politische Ausführungslinien vorgeben um die fiesta de los toros und die Werte der tauromaquia zu fördern wie zu verbreiten.

Ein klare Kampfansage an den antitaurinismo. Zwar hat man sich von dem Toro de la Vega getrennt, aber der toro war und ist auch weiterhin ein Wahrzeichen von Kastilien. Er gehört dazu, als Symbol der traditionellen Gegebenheiten ist er ein Teil davon. Und daran soll sich auch nichts ändern.

Dienstag, 17. Januar 2017

Die erste Begegnung mit den Stieren





von Philip de Málaga



Wie sah die erste Auseinandersetzung 

zwischen Mensch und Stier aus?
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Für viele taurinos sind die Sprünge über die toros die am ältestesten noch existierende Form der ersten "kämpferischen" Begegnung zwischen Mensch und Stier. Dabei sollen die Menschen den Angriffen der toros in einer athletischen Weise ausweichen. Sei es durch einen Sprung über die Tier, ein Salto oder das galante zur Seite treten, wobei der Körper betont dem Angriff der Hörnern ausweicht. 





Diese Art von festejos taurinos werden von so genannten recortadores bestritten. Diese Art, sich mit den toros auseinander zu setzen findet ihre Ursprünge im 14. Jahrhundert, vor allem in den nordspanischen Regionen Aragon, dem Baskenland, La Rioja und Navarra. Einige aficionados sehen in jener Epoche die Wiege der tauromaquia. Denn auch schon im Mittelalter, weit vor den Zeiten der tauromaquia wurden die Tiere getötet. Damals nannten sie die Stiertöter matatoros. Und im Gegensatz zu den heutigen matadores vollbrachten diese als suertes so genannte recortes, wie Sprünge über die toros, oder fieras, wilde Tiere, wie man damals die Stiere zu nennen pflegte.
Carlos II, war er der erste
Gastgeber einer fiesta taurina?

Im Jahr 1370 hat es ein festejo taurino mit zwei matatoros (einer Christ, der andere Maure)  in Pamplona gegeben und der König Carlos II selbst, war dort anwesend. Diese Veranstaltung gilt als erste dokumentierte fiesta taurina.

Doch der wahre Ursprung geht viel weiter zurück. Das der Stier in der Mythologie eine Rolle spielte, dürfte weitgehend bekannt sein, steht er doch vor allem als Symbol für die Fruchtbarkeit.  Aber auch in der antiken Realität taucht er auf. Genauer auf der griechischen Insel Kreta während der minoischen Kultur in den Jahren 2.650 bis 1.400 v. Chr. Dort vollführten junge Männer wagemutige Sprünge über wilde Stiere. So fand sich im oberen Thronsaal des Palastes von Knossos (Kreta) eine Wandmalerei, welche diesen Stiersprung darstellte. 
Wandmalerei im Palast von Knossos auf Kreta (Griechenland)
Sir Arthur John Evans
Wie jedoch dieser Sprung im einzelnen ausgeführt worden ist, darüber gibt es nur Vermutungen. Der britische Archäologe Sir Arthur John Evans (1851 - 1941) galt als der Entdecker der minoischen Kultur. Am 23. März 1900 begann er die Ruinen von Knossos freizulegen und teilweise zu restaurieren. Dabei entdeckte er auch zahlreiche Fresken, wie die Darstellung der Stiersprünge. Hierzu fertige der Archäologe eine Zeichnung an, auf dem dieser Sprung rekonstruiert worden ist. Jedoch ist diese Darstellung nicht unumstritten.
Sir Arthur Evans, excavato at Knossos, provided this “diagrammatic sketch of [an]
acrobat’s course” to show the sequence of movements in bull-leaping.
From The Palace of Minos , page 223, fig. 156.
Laut Evans fasste der Springer den wild daher kommenden Stier beim linken Horn, schwang sich dann über den Kopf des Stieres mit einem Salto auf den Rücken des Tieres, wo er mit beiden Beinen zum Stand kam um dann über das Hinterteil auf den Boden zu springen. Ein ohne Frage spektakuläres Manöver, was man sich kaum vorstellen kann. Denn bis heute hat man dieses weder bei den recortadores noch im Zirkus zu sehen bekommen.

Eine 4.000 Jahre alte Bronzefigur. Über dem Kopf zwischen
den Hörnern erkennt man ein eine sich bewegende Person.
Eine weitere Bronzefogur, datiert um 2.400 bis 1.700 v. Chr. deutet darauf hin, dass sich Menschen über die Hörner der gefährliche wilden Stiere begeben haben. Selbst Malereien aus dem Nildelta deuten auf solche wagemutigen Sprünge hin. Trotzdem bleibt nach wie vor unklar, ob es überhaupt solche Sprünge gegeben haben soll. Denn die wissenschaftlichen Beweise bleiben noch aus. 

Obwohl man sich bezüglich der Stiersprünge, die ersten Darstellungen werden auf 2.700 bis 2.150 v. Chr. datiert, nicht einigen kann, ist man ziemlich davon überzeugt, dass der allgemeine Stierkult vor allem im Mittelmeerraum verbreitet ist, womit man sich auch die Entwicklung und Verbreitung in Spanien, Portugal oder Südfrankreich in verschiedenen Ansätzen erklären kann.

Montag, 16. Januar 2017

Hurensöhne ... ihr seit tot! Morddrohungen in Madrid




von Philip de Málaga


Erneut harter Auftritt von radikalen Tierschützern
Diesmal bei einem Zirkus
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Wo fängt der Tierschutz an und die weitere Frage scheint nicht unberechtigt, wo hört der Tierschutz denn auf? In den letzten Jahren war vor allem der sector taurino mit erstaunlich gewalttätigen Attacken durch den antitaurinismo konfrontiert.
Der Zirkus Quiros gastiert noch bis zum 29. Januar in Madrid.
Nun hat es am letzten Wochenende in der spanischen Hauptstadt Madrid eine ähnlich aggressive Vorgehensweise gegen den Zirkus Quiros gegeben. Gegen 23:00 Uhr, die Vorstellung war noch am laufen, da stürmte eine Gruppe von animalistas das Gelände, besprühten die Wagen und bedrohten bzw. behinderten die Angestellten.
"Hurensöhne" und "Ihr werdet sterben" hatten die animalistas auf die Wagen geschmiert..
Als der Direktor des Zirkus hinzutrat, und mit seinem Handy die Vorgehensweise und die beschmierenden an den Wagen aufnahm, kam eine Gruppe von Tierschützern auf ihn zu, riefen Morddrohungen aus, schlugen ihn, entwendeten das Telefon und entfernten sich vom Gelände.

Beim Fernsehsender TeleMadrid sprach man von einem Terrorismo Animalista. Diese Vorgehensweise, der Zirkus Quiros stand schon öfters im Visier der Tierschützer, sei nicht nachvollziehbar. "Sie haben dazu keinen Grund", sagt der Direktor, denn "den Tieren geht es sehr gut, werden von uns gepflegt und viele Tiere sind auch hier im Zirkus geboren. Sie gehören für uns wir zur Familie." Im Zirkus zu arbeiten sei ein seriöser und harter Beruf und verdient es auf keinen Fall mit Morddrohungen, Einschüchterungsversuchen, Graffitimalereien und körperlichen Angriffen konfrontiert zu werden.

Nicht anders verhält es sich in der mundo taurino. Wie auch beim Zirkus führt man hier keine Tätigkeit aus, um anderen Menschen zu schaden. Und da stellt sich wieder die eingehende Frage. Wie verhält es sich mit dem Respekt der Tierschützer den Mitmenschen gegenüber, wenn dieser eine andere Meinung vertritt, aber seinem Gegenüber nicht schaden will? Im Gegenteil, man will unterhalten, etwas geben, man sucht den kulturellen Austausch.

Wie zitierte SfA vor ein paar Tagen den französischen Schriftsteller Henry de Montherlant? Er misstraue Personen, welche ihre Tierliebe immer so betonen müssen. Denn die wahre Liebe übertragen sie auf die Tiere, weil sie diese nicht für ihre Mitmenschen empfinden. Andersdenkenden den Tod zu wünschen, das war schon damals so, ist es auch heute noch und wird auch immer so bleiben, solche Gedanken haben in einer Demokratie nichts zu suchen.

Sonntag, 15. Januar 2017

Auch in Portugal ist man dagegen, dass die Stiere nicht gleich in der Plaza de toros getötet werden




von Sónia Matias



Sie war in Portugal die erste weiblich anerkannte cavaleira. Am 26. Dezember 1978 ist Sonia Alexandra Avelos Belga Matias in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon geboren. Mit nur dreizehn Jahren hatte sie erstes eigenes Pferd und mit zweiundzwanzig Jahre am 18. Juni 2000 trat sie in Satarém zu ihrer alternativa an. Ihr padrino war kein Geringerer als der bekannte rejoneador João Moura.
"Die toros sind Kunst und Kultur, sie schaffen Arbeitsplätze und erhalten die Rasse.

Die tourada, hat nach meiner Erfahrung in den vergangenen Jahrzehnten nichts an Popularität und Bedeutung eingebüsst. Ich habe sogar das Gefühl, das in der letzten Zeit, die portugiesischen Traditionen, wie zum Beispiel der Fado und eben die toros wieder beginnen beliebter zu werden. Dazu trägt sicherlich auch der Umstand bei, dass es in der Umgebung vom Campo Pequeno zahlreiche Gastronomiebetriebe und Geschäfte gibt.
Aber ich bin nicht damit einverstanden, dass in Portugal die toros nach dem festejo taurino getötet werden. Zwar werden die Tiere in der Regel relativ zügig nach der tourada auch in der plaza selbst getötet, jedoch kommt es vor, dass die toros doch länger auf ihre Erlösung warten müssen, wenn zum Beispiel das rejoneo an einem Wochenende statt findet und die Schlachthäuser geschlossen sind und kein Personal zur Verfügung steht. Ein neues Gesetz soll wohl hierfür geschaffen werden."

Samstag, 14. Januar 2017

1912: Joselito und Roberto Domingo in Sevilla






von Philip de Málaga


Öfters besuchte der spanische Maler Roberto Domingo die Feria de Abril in  Sevilla. Sein Hauptinteresse galt dabei seinem Freund und matador de toros Joselito "El Gallo" (1895 - 1920). Er wollte ihn nicht nur im ruedo der La Real Maestranza bewundern sondern auch malen. So entstanden hier in der Tat unter der wärmenden Sonne der andalusischen Hauptstadt nicht wenige Studien über die Dynamik und Eleganz eines Joselito
21. April 1912 Ölgemälde von Roberto Domingo
Im Jahr 1912 zeichnete Domingo ein Ölgemälde mit dem Titel "El Paso del Gallo". Zu sehen ist dabei, wie der maestro El Gallo auf einem Stuhl sitzend den toro bei seinem letzten Auftritt in der corrida de toros der Feria de Abril am 21. April 1912 mit der muleta passieren lässt.
ABC vom 28. April 1912: "Sevilla, cuarta corrida - Gallito pasando al toro
Kurioserweise, animiert durch das Gemälde von Domingo, veröffentlichte die konservative Tageszeitung ABC eine Woche später, also am 28. April 1912 eine Photographie, welche El Gallo in ähnlicher Position mit dem toro zeigt, wie auf dem Werk von Roberto Domingo.

Freitag, 13. Januar 2017

Roberto Domingo Fallola, der erste Maler der Tauromachie im letzten Jahrhundert





von Philip de Málaga


Er gehörte zu den grossen Künstlern,
die den Stierkampf auch ins Ausland brachten,
ohne dass ihn viele kenn.
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Viele aficionados de toros oder auch taurinos wie toreros oder ganaderos indentifizieren sich mit der mundo taurino, sind ein Teil von ihr, kennen sich aus mit dem toreo und den toros, sind vertraut mit den Ursprüngen der tauromaquia, verstehen es capa oder muleta elegant zu schwingen und gewiss viele Dinge mehr, aber wie sieht es mit dem künstlerischen Verständnis ausserhalb einer plaza de toros aus? Sehen sie die Kunst nur in der arte del toreo? Erkennen sie die arte nur im ruedo

Das die afición schon mal nicht gerade viel über die tauromaquia zu lesen scheint, davon ist der Stierkampfkritiker José Antonio del Moral überzeugt. Aber auch bei der Malerei scheint das Interesse der taurinos eher zurückhaltend zu sein. Wie das Centro de Arte de la Tauromaquia in Málaga eher erstaunt feststellte, finden sich unter den Besuchern zwar viele Touristen, aber eigentlich doch eher weniger aficionados de toros. Nicht anders war es, als Eric Fischl im Museum der Modernen Künste (CAC), ebenfalls in Málaga gastierte.

Die afición hält bei den toros den Stempel der Kultur recht hoch. Aber wer einen Blick hinter den Vorhang wirft, kommt nicht um herum zu erkennen, dass es gerade die Künstler ausserhalb des ruedos sind, welche die tauromaquia mit Titeln wie cultura und arte adeln. Die Arbeit der toreros alleine hätte sicherlich nicht dazu geführt, dass sie ebenfalls im Kreise der Medallienträger für die Schönen Künste mit aufgenommen worden wären. Seien es die weltberühmten Maler Picasso und Goya, oder in der Literatur die Nobelpreisträger wie Ernest Hemingway wie Vargas Llosa.

Und zu Beginn des letzten Jahrhunderts war es vor allem ein spanischer Maler, der die tauromaquia in Sachen Kunst und Kultur popularisierte. Es war der 1883 in Paris geborene Roberto Domingo Fallola
Roberto Domingo bei der Arbeit in seinem Atelier (Magazin "Zig Zag" Nr. 46 vom 5. April 1924)
Er begann seine künstlerische Ausbildung bei seinem Vater Francisco Domingo in Paris. Dort lernte er die Arbeiten der französischen Impressionisten kennen. Mir 23 Jahren wechselte er in die spanische Hauptstadt Madrid, schrieb sich in die Akademie der Schönen Künste San Fernando ein und war ein Schüler des spanischen Malers Antonio Muñoz Degrain um mehr in die Welt des modernen Impressionismus einzutauchen. Nur zwei Jahre später, 1908, wurde er in der Ausstellung "Exposición Nacional de las Bellas Artes" mit einer Medaille (der 3. Klasse) ausgezeichnet. Zwei Jahre später gewann er die Medaille (der 2. Klasse) und schliesslich im Jahr 1915 wurde er für sein Werk "El Coleo" mit der besten Medaille der Schönen Künste (der 1. Klasse) ausgezeichnet. Die tauromaquia im Zentrum den Schönen Künste. 
"El Coleo" (1915)
Es folgten Ausstellungen in London, Rom, München und selbstverständlich in iberischen Halbinsel, wie in Barcelona, Bilbao, Málaga und San Sebastian.

Als Roberto Domingo im Jahr 1906 nach Spanien kam sah er, mit seinen schon 26 Jahren,  seine erste corrida de toros. Anlass dafür war die Hochzeit zwischen König Alfonso XIII und Prinzessin Victoria Eugenia de Battenberg. Fasziniert von diesem emotionalen Ausbruch an berauschenden Gefühlen, sollte von diesem Tag an, die pasión a los toros ihn nie wieder verlassen. So konnte er seine zwei Leidenschaften kombinieren. Die pasión a los toros mit der Passion der malerischen Kunst zu verflechten, und somit optische Zeitdokumente einiger temporadas taurinas der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zu schaffen. 

Alle grossen figuras liessen sich von ihm darstellen, ob in Öl, Aquarell oder gezeichnet, die gehörten zu den führenden matadores de toros wie Joselito, Juan Belmonte, El Gallo, Antonio und Manolo wie Pepe Bienvenida, Gaona, Granero, Gitanillo ChicoLargatijoMarcia Lalanda, CaganchoPepe Luis Vazquez, Mario CabréDomingo Ortega ... maestros der Epoche.
Die matadores de toros Juan Belohnte, Domingo Ortega und Joselito
Und bei so vielen Besuchen in den tendidos der plaza de toros, erlebte Domingo zahlreiche Momente der höchsten Apotheose bis hin zu den dramatischen Momenten der tauromaquia, wie der Tod. 
Der torero Manuel Granero wurde am 7. Mai 1922 von dem toro Pocapena in Madrid getötet. 
Besonders im Zeichnen zeigte Domingo viel Feingefühl und auffallend zügig brachte er soeben Entdecktes auf das Papier.
Der matador Marcial Lalanda mit einer quite de la mariposa
Der matador Manolete mit einer media verónica
Der Künstler beschränkte seine Fähigkeiten nicht nur auf die Interpretation des Gesehenen, sondern nahm Anteil an der optischen mundo de los toros. So versteht es sich, dass Domingo auch zur Mitgestaltung der carteles taurinos beitrug. Vor allem in den Städten Valencia und Bilbao.
Carteles taurinos: Valencia 1916 (mit Belmonte siehe Bild oben)  und Bilbao 1925
Auch in den Medien, welche über die mundo de los toros berichteten fanden sich zahlreiche Illustrationen von Domingo
Verständlich dass zahlreiche seiner Werke es auf die Titelseiten schafften und für 37 Buchbände standen die Bilder des malenden aficionado de toros Pate. Roberto Domingo verband auch eine tiefe Freundschaft mit dem amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway. So kam es, das der spanische Künstler auch die Zeichnung für den Buchumschlag des Welterfolges "Tod am Nachmittag" entworfen hat. 
"Death in the Afternoon" (1932) 
In der Villa von Hemingway auf Kuba hängen einige Gemälde von Roberto Domingo
Selbst lederne Zigarettenetuis kamen in den Genuss seiner Kunstwerke.
Domingo liebte sein Spanien, mit der cultura, den Menschen und eben den toros
Die Semana Santa in der andalusischen Hauptstadt Sevilla
Zwar bildete die tauromaquia das Fundament seines Lebenswerks, aber er wandte sich auch anderen Bereichen zu, wie die traditionellen Feste, zum Beispiel die Semana Santa, der Geschichte,  dem Meer, dem Fischen, literarischen Erzählungen wie Don Quijote sowie dem Pferderennen. Obwohl er mit zahlreichen Auszeichnungen der Schönen Künste geehrt worden ist, wie in Spanien, Argentinien und Italien, findet sich kurioserweise über ihn kein Eintrag im Wikipedia. In der spanischen Tageszeitung ABC schrieb man über den Künstler, dass er die tauromaquia und vor allem die carteles taurinos kultiviert habe und noch heute finden sich in den carteles Ansätze seiner künstlerischen Ausdrucksweise wieder.

Roberto Domingo starb vor 60 Jahren, 1956 in Madrid.
Das Grab von Roberto Domingo in Madrid auf dem Friedhof von San Isidro

Donnerstag, 12. Januar 2017

Andersdenkenden den Tod zu wünschen ...



von Henry de Montherlant



Toreros oder Taurinos den Tod zu wünschen 
stiess schon 1926 auf ein grosses Fragezeichen
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Als 1926 der berühmte Roman Fiesta von Ernest Hemingway erschien wurde noch ein weiterer Klassiker zum Thema tauromaquia veröffentlicht. Der französische Schriftsteller Henry de Montherlant (1895 - 1972) konnte schon mit nur fünfzehn Jahren Gefallen an der mundo de los toros finden. Mehr noch, er übte selbst den Umgang mit capa und muleta, und wurde sogar im Jahr 1925 von einem toro verletzt. Fasziniert von der Selbstdarstellung, dem Kult der Männlichkeit sowie der Darstellung des Lebens mit dem Tod, verband er die mundo taurino mit seiner anderen pasión, der Literatur. Die Schönheit, der Eros oder auch der Glaube, gar die Kirche, alles Elemente, die es interessant erscheinen liessen in die Tiefe zu gehen. Und wie schon andere intellektuelle Poeten, stiess er recht erstaunt auf ein kompromissloses Auftreten der antitaurinos. Wenn Menschen zu Tieren werden oder umgekehrt. Sicherlich ein Anlass dazu, der ihn dieses Buch niederschrieben liess: Tiermenschen, wo er gemeinsam mit dem französischen adeligen Alban in die andalusische mundo de los toros eintaucht.
LINKS: Henry de Montherlant 1955 bei einer corrida de toros in Toulouse.
"Welche Partei findet heute bei uns das Gemetzel der Stierkämpfe skandalös? Die gleiche, die mit allen Mitteln die eine Hälfte der Nation zum Gemetzel der anderen aufstachelt.  
Sie erhebt Protest gegen den Pferdemord in der Plaza, aber sie würden nicht protestieren, wenn man in der Arena Andersdenkende vor die Hörner schicken würde. 
Ich misstraue Personen, die ihre Tierliebe so sehr betonen. Oft übertragen sie jene Liebe, die sie für Menschen nicht empfinden, auf die Tiere!“
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Quellennachweis:
Tiermenschen, Henry de Montherlant, Steil-Verlag, Göttingen 1929

Mittwoch, 11. Januar 2017

Stierkampf in den USA




von Philip de Málaga



In den Vereinigten Staaten von Amerika 

wurde die Stierkampfsaison eröffnet
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Das man in den USA nicht nicht nur auf den Bullen sitzt sondern auch vor den Stieren steht um nicht auf den Boden zu fallen, dürfte den meisten Lesern von SfA schon bekannt sein. Seit dem in den 30er und 40er Jahren die tauromaquia durch den amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway (1899 - 1961) in die Welt hinausgetragen worden ist, begeistern sich auch die Nordamerikaner für die festejos taurinos. Das merken vor allem die plaza de toros in México, wo sich zu den corridas die tendidos auch mit aficionados aus dem nördlichen Nachbarland füllen. 

Aber Amerika wäre nicht Amerika würden sie nicht nach Amerika holen, was denen gefällt die in Amerika wohnen. So auch die toros. Seit dem Jahr 2000 gab es in den United States mittlerweile 14 Gemeinden in welchem die mundo taurino 25 Mal gastierte. Am meisten in Kalifornien, aber auch in TexasNevada und sogar in Maryland.

In den USA gibt es jedoch nur corridas sin sangre. Unblutige festejos taurinos wo die Tiere weder verletzt noch getötet werden. So kommt es, dass es zahlreiche aficionados immer wieder nach México zieht, wenn es um die toros geht. Trotzdem ist eine positive Tendenz zu erkennen, fanden doch in den letzten beiden Jahren 15 corridas statt.


Und nun wurde in der doch recht kleinen Gemeinde La Gloria in Texas, mit gerade mal etwas mehr als einhundert Einwohnern, die temporada taurina 2017 in den Vereinigten Staaten eröffnet. Und gleich vier festejos stehen im Januar und Februar auf dem Programm! Unter anderem auch eine corrida de beneficencia um das Texas State Collage zu unterstützen. Unter den toreros findet sich auch die 22-jährige novillera Karla Santoyo
Die matadora de novillos Karla Santoyo
In den texanischen Medien laufen die toros nicht unter Kultur sondern unter der Rubrik der sportlichen Veranstaltungen. 
Unblutiger Sport
Hinter der Idee die mundo taurino den jungen Leuten in Texas näher zu bringen steht der 79-jährige Fred Renk. Schon mit fünfzehn Jahren begann ihn das Geschehen im ruedo zu faszinieren. Fünf Jahre lang übte er sich als novillero, mit dem Ziel ein richtiger matador de toros zu werden. Doch 1967 verdarb ihm ein 500-Kilo Stier mit einer cornada in der Magengegend diesen Traum. Daraufhin wollte er auf keinen Fall seiner Leidenschaft nachgeben, war als taurinischer Photograph und Korrespondent unterwegs und half seinem Sohn David als apoderado, ein richtiger matador de toros zu werden. Als sich dann sein Sohn im Jahr 2000 ebenfalls zurückzog wurde er selbst zum ganadero und begann festejos taurinos zu organisieren.
Don Fred Renk, novillero, ganadero und empresario
Don Fred, wie er liebevoll von seinen Freunden genannt wird, fühlte und lebt die pasión a los toros. Gewiss, in Texas sei es ein wenig anders als in Spanien oder México, denn hier dürfen die Tiere per Gesetz nicht getötet werden. "Ich nenne es ein Ballett des Lebens, nicht das Ballett des Todes" sagt der mittlerweile fast 80-jährige ganadero und erinnert sich zurück, als er 2001 die Idee mit einer eigenen plaza de toros in Texas hatte, dass ihn alle für verrückt erklärten. Doch unbeirrt liess er seine Vision Wirklichkeit werden und eröffnete im Januar 2002 seinen coso in Texas.
Eine Einhundert-Seelen-Gemeinde unterhält eine plaza de toros für 1.200 Besucher in den USA
So gab es am 8. Januar diesen Jahres die erste corrida mixta. Der Santa Maria Bullring de la Gloria, mit einem aforo für 1.200 Personen, konnte sich zu drei Viertel füllen.  
Im Santa María Bullring gibt es auch eine eigene kleine Kapelle
Die Kapelle unter den tendidos
Das erste festejos taurinos am vergangenen Samstag war ein mano a mano zwischen dem matador de toros Isaac Leal Montalvo und dem novillero André Lagravere "El Gallo". Und für das teilweise von weit her angereiste Publikum hat es sich gelohnt. Beide toreros konnten die puerta grande öffnen.

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Fotos: SfA, TexasMonthly, South Paradise Island Office, mundotoro, Fred Renk.